
20 Jahre Diäten und Essanfälle: Mellis Weg aus der Magersucht und dem Bewegungsdrang
Lieber hören? Hier geht’s zur FolgeWichtig vorab
Hier geht’s offen um Magersucht, Essanfälle, eine ungesunde Beziehung zu Sport und Bewegung und zwanghafte Kontrolle rund ums Essen. Das ist Mellis persönliche Geschichte, keine Anleitung und kein Versprechen, dass jeder Weg gleich aussieht. Essstörungen sind ernste Erkrankungen. Wenn du selbst betroffen bist, hol dir bitte ärztliche und therapeutische Unterstützung. Gerne begleite ich dich zusätzlich.
Mellis Leben richtete sich nach der Waage. Gewicht, Kalorien, Schritte, Trainingseinheiten: Alles wurde gezählt, getrackt und kontrolliert, und dazwischen kamen immer wieder Essanfälle, die sie mit noch mehr Sport auszugleichen versuchte. Und das über rund 20 Jahre voller Diäten.
Als sie in die Food Freedom Academy kam, war sie sooo unsicher. Sie wusste nicht, was sie erwarten würde und ob sie es wirklich schaffen könnte, die Essstörung hinter sich zu lassen. Ihr größter Wunsch: wieder intuitiv essen zu können.
Heute halte ich mich mal zurück, und Melli übernimmt. Wie hat sie es aus dem Teufelskreis geschafft und innerhalb von 12 Wochen ein neues Leben wiederbekommen? Du liest ihre eigenen Worte vom Start, nach 8, 11 und 12 Wochen, und am Ende, was sie über unsere gemeinsame Reise sagt. Ein Weg mit Aufs und Abs, und ihre Reise ist noch in vollem Gange.
Mellis Weg
Start
Zahlen bestimmen den Alltag
Waage, Kalorien, Schritte und die Angst vor der Zunahme
Nach 8 Wochen
Die Waage verstaubt
Kein Tracken mehr, Ja zu Fear Foods
Nach 11 Wochen
Viele kleine Wins
Ausgewogene Mahlzeiten, mehr Liebe geben und annehmen
Nach 12 Wochen
Zahlen haben ausgedient
Essen, was sie will und wie viel sie will
Heute
Die Periode ist wieder da
Freiheit statt Kontrolle
Ich bin Lina, staatlich geprüfte Ernährungsberaterin und Health Coach für Frauengesundheit. Ich kenne dieses Muster nicht nur aus Begleitungen, sondern aus eigener Geschichte.
Das erwartet dich
Wenn Zahlen den Alltag bestimmen
Magersucht, Hormonprobleme, Periodenverlust und Essanfälle, dazu das Gefühl, dass sie sich gar nicht genug bewegen kann: Das klingt erstmal nach ganz verschiedenen Baustellen, und doch wissen Betroffene, dass es eine Art Kreislauf ist. Eine Abwärtsspirale direkt in ein Tal, in dem nichts existiert als das Gefühl, nicht genug zu sein. Ein Tal voller Angst davor, was passiert, wenn man etwas verändert.
Und physiologisch gesehen: Wenn dein Körper lange zu wenig Ressourcen – wie Nährstoffe, Kalorien, Entspannung – hat, holt er sich irgendwann zurück, was ihm fehlt. Auch Extremhunger hat also nichts mit Schwäche zu tun und ist auch kein Mangel an Disziplin, sondern oft ein Körper, der nachholt, was ihm so lange verwehrt wurde. Wer das nicht weiß, erlebt ihn als Kontrollverlust und versucht, ihn mit noch strengeren Regeln und noch mehr Bewegung wieder einzufangen.
Restriktives Essverhalten Gedankenkreisen um Essen Essanfall Sport zum Ausgleichen noch strengere Regeln
Dazu kommt: Melli hatte Angst vor fettreichen Lebensmitteln, und ihr Körper hat das gespürt. Ohne Fette, keine Hormone. Dazu hat die Waage jeden Morgen maßgeblich bestimmt, wie ihr Tag wird, und genau diese Macht durfte sie ihr Stück für Stück wieder abnehmen.
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Mellis Start: zwischen Vorfreude und Angst
Zu Beginn habe ich Melli gefragt, was sie loslassen möchte. Ihre Antwort:
Die Angst vor der Zunahme verlieren, damit ich wieder intuitiv essen kann – was ich will, wann ich will und so viel ich will. Ohne Angst, schlechtes Gewissen und Ausgleiche …
Und wie es ihr vor dem Start ging:
Derzeit erlebe ich ein Wechselbad der Gefühle, da ich mich einerseits total auf die FFA, Linas Input und den Austausch mit den Frauen freue und motiviert bin. Ich WILL etwas ändern! Aber ich habe auch Angst, ob ich es schaffe, aus dem Teufelskreis rauszukommen und falls ja, ob ich damit wirklich glücklich sein kann oder wieder zurückfalle …
Melli
Nach 8 Wochen: „Die Waage steht da und verstaubt“
Nach acht Wochen hat Melli mir ihre Liste geschickt:
keine tägliche Gewichtskontrolle mehr (die Waage steht da und verstaubt)
kein Abwiegen und Tracken von Lebensmitteln mehr (mega Zeitersparnis!)
Mahlzeiten so zusammenstellen, dass Heißhunger gar nicht erst entsteht (klappt!)
Extremhunger und Essanfälle mit „Ankern“ abfangen
NEIN sagen zu Familie, Freunden, Arbeit und Sport (und das schon soo oft!)
Zeit für mich nehmen (ich hab es so vermisst, es macht mich glücklich)
auswärts frei essen, ohne die Kalorien der Mahlzeit zu kennen (Pizzabrot, Pasta, Soßen!)
JA zu Fear Foods (Schokoriegel, Kuchen, Eis, Toastbrot – schmeckt alles sooo gut!)
Weiblichkeit erkennen und annehmen (ich will sexy sein, weiblich – Boobs, wo seid ihr? ;))
besseres Körpergefühl: tanzen durch die Wohnung, Musik hören und den Körper spüren
offener mit Familie und Freunden: Liebe annehmen und geben
Erkenntnisse aus meiner Kindheit, mögliche Ursachen für mein Essverhalten
keine Angst mehr vor Fett (meine Hormone brauchen dringend Hilfe)
einen Termin bei meiner Gynäkologin gemacht
Was mich an dieser Liste so berührt: Kaum ein Punkt dreht sich ums Essen allein. Es geht um so viel mehr als nur die Essstörung, und genau das hat Melli selbst ein paar Wochen später geschrieben.
Nach 11 Wochen: viele kleine Wins, ein großer Schritt
Meine vielen Wins, die ich seit Beginn der FFA habe, hast du bereits – ich kann schon gar nicht mehr alle auflisten, da es so viele kleine Erfolge sind. Zusammen ergeben die vielen kleinen Wins aber einen soooo großen Fortschritt – niemals hätte ich vor der FFA daran geglaubt.
Melli
Große, ausgewogene Mahlzeiten mit gesunden Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen sind mittlerweile Standard.
Statt immer Quark mit Obst gibt es auch mal Brot und Brötchen mit Käse und Ei zum Frühstück, Pasta mit Soße beim Italiener und als Süßes einen Schokoriegel, ein Stück Kuchen oder Eis.
Meinen Körper sehe ich mittlerweile immer häufiger als „zu dünn“ und bin daher fein mit einer Gewichtszunahme.
Liebe und Zuneigung zu Familie und Freunden zeige ich immer öfter von ganz allein, mit Umarmungen oder einem „Ich hab dich lieb“.
An mindestens fünf Tagen in der Woche stehe ich mit Freude auf und freue mich auf das Frühstück, die Arbeit und den Tag.
Trotz kleiner Stillstände lasse ich mich nicht mehr entmutigen. Ein Spaziergang allein, einmal tief durchatmen und offene Gespräche mit meinem Mann, meiner Familie und meinen Freunden helfen mir dann weiterzumachen.
Vergangenes ist vergangen, der Fokus liegt im Hier und Jetzt.
Ein glückliches Leben geht nur mit einer gesunden und glücklichen Melli.
Nach 12 Wochen: Zahlen haben ausgedient
Ich bin bereit für Veränderungen, ich esse wieder alles (!) und habe Zahlen (Gewicht/Waage, Tracking, Schritte, Sport) aus meinem Alltag verbannt. Es ist ein großartiges und freies Gefühl!
Zahlen in meinem Alltag (Waage, Kalorien, Schritte) sind nicht mehr wichtig. Ich möchte und muss mein Gewicht nicht wissen, ich esse die Mengen, die ich will, und die Lebensmittel, auf die ich gerade Lust habe (meistens zumindest).
Bei Extremhunger oder Heißhungerattacken bleibe ich erstmal ruhig und konzentriere mich auf meine Atmung oder Ankerpunkte. Das hat bereits geholfen.
Schaue ich meinen Körper an, ist der nicht immer ‚schön‘ bzw. ‚dünn‘ für mich. Aber immer öfter habe ich ein einigermaßen gutes Gefühl, wenn ich mich anschaue.
Hätte ich dich nicht schon früher ‚finden‘ können, wäre mir vielleicht einiges erspart geblieben. Aber ich bin mir schon jetzt sicher, dass nur DU es schaffst, dass ich wieder in Freiheit leben, ungezwungen essen und meine Weiblichkeit erkennen und annehmen kann.
Melli
Genau diese Ehrlichkeit liebe ich. Freiheit heißt nicht, dass jeder Tag leicht ist. Sie heißt, dass die Zahlen nicht mehr bestimmen, wie dein Tag wird, und dass du an schwierigen Tagen weißt, was dir hilft.
Melli über die gemeinsame Reise
Nach der Food Freedom Academy hat Melli mir diese Bewertung geschrieben:


Es geht um so viel mehr als nur die Essstörung. Ich lebe, nehme Liebe an, gebe Liebe weiter.
Und das Wichtigste daraus, in ihren eigenen Worten: Sie hat wieder ein gutes Verhältnis zum Essen, hört auf ihren Körper und gibt ihm, was er braucht. Keine Körperfettwaage mehr, keine Tracking-App, und Sport macht wieder Spaß und darf auch mal ausfallen.
Du erkennst dich in Mellis Geschichte wieder und willst da nicht länger allein durch? Im kostenfreien Zyklus-Klarheits-Call schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst.
Zum kostenfreien Zyklus-Klarheits-CallPersönliche Worte zum Schluss
Wow, wow, wow – gibt es mehr dazu zu sagen? Ich bin so unendlich dankbar für Mellis Vertrauen und ihren Mut, ihre Geschichte im Podcast und hier so offen zu teilen. Melli, du darfst so stolz auf dich sein.
Und dir danke ich, dass du Melli Raum geschenkt hast. Vielleicht steckt auch in dir gerade ein kleiner Impuls, der sich wünscht, frei zu sein: essen, ohne zu rechnen, und einen Tag erleben, den nicht die Waage bestimmt.
Und weißt du, was mich besonders freut? Mellis Periode, die sie verloren hatte, ist mittlerweile wieder da.
In der Begleitung von über 250 Frauen sehe ich immer wieder: Der Weg ist bei jeder ein anderer, mit Stillständen und Rückschritten. Aber du musst ihn nicht allein gehen.
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